Kategorie: Europa

Erntet man auf Kreta die besten Oliven?

Olivenzweig

Der Winter hatte noch gar nicht richtig begonnen, da hatte ich schon die Nase voll davon. Grau, kalt, blöd, weder das Konto noch der Terminplan liessen einen „richtigen“ Urlaub zu, also erinnerte ich mich an den Oliventrick. Hatte schon vor Jahren funktioniert: Wenn in Deutschland das raue Wetter Einzug hielt, zog ich in den Süden, ein letztes paar Sonnenstrahlen einfangen, als Erntehelferin bei der Olivenernte. Damals ging ich nach Italien, mal Sizilien, mal Toscana, beide male eine tolle Erfahrung. Diesmal war ich spät dran für Italien, wo je nach Region im Oktober/November geerntet wird. So kam ich nach Kreta.

Blick auf Rethymno

Blick auf Rethymno

Die erste Woche war ich sowas wie Hausmeister und Tierpfleger bei dem Parco Ecologico, eine Art Abenteuerspielplatz mit Naturparcour und Fußballfeld. Ich war in einem Caravan untergebracht, auf einem Hügel etwas außerhalb mit toller Aussicht auf das Meer und die Altstadt von Rethymno. Urlaubsfeeling pur!
Jeden morgen wurde ich von dem Hahn und seinen drei Lieblingshühnern aufgeweckt und vom Caravan abgeholt. Sie wichen mir nicht von der Seite, begleiteten mich zum Klo und zur Küche, wo sich zwei nach Aufmerksamkeit und Futter gierende Katzen zu unserer Prozession dazugesellten. Während der Kaffee kochte fütterte ich die Bagage: Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen, die Katzen und bei sonnigem Wetter die Kameläons.
Nach dem Frühstück musste ich noch die Umkleiden und Duschräume der Fußballer in Ordnung bringen und nachmittags die Kaninchen mit Grünzeug versorgen. Eine überschaubare Arbeit, die mir viel Zeit lies zum Wandern, Lesen und Gammeln. Nach ein paar Tagen bekam ich noch Verstärkung: Cynthia aus Belgien und Nico aus Kanada. Die beiden bereisen die Welt per Anhalter, bloggen und vloggen darüber auf Journal of Nomads.Schaut gerne dort vorbei, sie haben sehr lustige und spannende Geschichten zu erzählen.

Olivenhain

Olivenhain

Es ist interessant wie unterschiedlich meine drei Olivenernten waren.

Sizilien – meine erste Olivenernte

Luigi in Sizilien stellte sehr hochpreisiges, qualitativ sehr wertvolles und teilweise sortenreines Olivenöl her. Er war sehr darauf bedacht die Oliven noch am Tag der Ernte pressen zu lassen, um den Säuregehalt des Öls niedrig zu halten. Ein schonender Umgang mit den Bäumen stand im Vordergrund. So haben wir überwiegend die Oliven mit kleinen Plastikrechen runter gekämmt. Erst als die Erntezeit knapp wurde, weil das Wetter umschlug, setzte er eine „Rüttelmaschine“ ein. Die sieht aus wie eine Heugabel mit beweglichen, motorangetriebenen Zacken, die an den Ästen rütteln und die Oliven in die am Boden ausgebreiteten Netze schütteln. Er geht viel schneller, ist aber für die Bäume und wegen dem lauten Motorengeräusch auch für die Erntehelfer nicht sehr sanft.

Toscana – mehr Aktivurlaub, als Arbeit

Die Ernte beim Peter in der Toscana war wie Urlaub. Es hat sich eine sehr stimmige Gruppe zusammengefunden. Jeden zweiten Tag hat es geregnet, da wurde nicht geerntet, sondern gekocht, gequatscht, gespielt. An den Erntetagen war das Wetter dafür umso schöner und so kämmten wir im Sonnenschein meditativ die Bäume, lachten und hatten sehr viel Spaß.

Kreta – schön, aber hart

Diesjährige Ernte auf Kreta fing eine Woche später als gedacht an und war wohl eher, wie Ernten üblicherweise sind. Der albanische Erntehelfer scheuchte uns erbarmungslos, um die verlorene Zeit aufzuholen, die „Rüttelmaschine“ dröhnte einem das Hirn weg und holte mehr Blätter und Äste als Oliven herunter. Drei Tage haben wir richtig rangeklotzt. Schön, aber hart! Umso mehr genoss man die gemeinsame Mittagspause mit leckerem Essen, hauseigenem Wein und Sonnenschein unter den Olivenbäumen.

Sonnenschein unter Olivenbäumen

Sonnenschein unter Olivenbäumen

Und wo kommt nun das beste Olivenöl her?

 Egal wo man erntet, dieses Olivenöl ist das Beste! Ob Olivenernte in Italien, oder in Griechenland, ob Gespräche mit Spaniern, oder Tunesiern, oder Marokkanern, immer das Gleiche! Sollte man einwenden dass das XY (eine andere Region) – Olivenöl, doch auch einen ganz guten Ruf hat, lecker ist, gesund, oder von guter Qualität sein soll, erfährt man, dass es zwar stimmt, XY kauft aber auch große Mengen von dem Öl dieser Region, um damit das eigene qualitativ minderwertige Öl auf zu werten. Und dann haben die, weil sie das gepantschte Öl überteuert verkaufen, auch Geld für besseres Marketing und man habe sich davon blenden lassen.

Überall dieselbe Geschichte. XY ist frei austauschbar, mal kaufen die Spanier das Italienische, dann wieder das Marokkanische, sowie die Italiener das Griechische, oder Spanische, Griechen das Tunesische, Toskaner das Sizilianische, Sizilianer das Ligurische…

Zäunen, zäunen und kein Ende..

Ich bin noch im Tal.
Zwar hat mittlerweile einer der vielen, vielen Verwandten die es hier gibt, die Zufahrt zur Alp geräumt, aber es liegt oben immer noch recht viel Schnee und das Gras ist nicht sehr hoch.
Immerhin war ich mittlerweile oben, die Hütte ansehen.
Sie ist sehr schön gelegen und sieht gut ausgerüstet und gemütlich aus.
Es gibt einen Bach ganz in der Nähe mit eiskaltem Wasser und tolle Rundumsicht und durch die hohe Lage bis in den späten Abend hinein Sonnenschein, falls vorhanden.
Mein Mitälpler Oski und ich haben auch schon angefangen zu zäunen. Die Weiden sind gigantisch. Wir haben zwei ganze Tage gebraucht um einen Zaun aufzustellen und ich war fix und fertig und habe heute noch einen schlimmen Muskelkater, von den Blasen an den Händen ganz zu schweigen.
Anders als auf dem Bild hier von 2010 zäunen wir hier mit Holzpfählen und Draht. Das heisst: wir müssen den Hammer mitschleppen, und Isolatoren, falls sie kaputt oder verloren gegangen sind und dann die Holzpfähle finden die im Gras und Gebüsch rumliegen und die Löcher in denen sie steckten und sie dann reinhauen, sofern sie nicht zu sehr verrottet sind, in dem Fall müssen wir sie bei nächstem Durchgang ersetzen, das wiederrum bedeutet Holzpfähle hochtragen und mit dem Draht ist es auch so eine Sache… und ich kann euch sagen ich vermisse die Plastik-Stecken und Schnur.

Heast as nit wia die Zeit vergeht..

Oh das ist aber ganz schön lang her seit ich hier ein Lebenszeichen hinterlassen habe. Man könnte fast den Eindruck gewinnen die wunderbare Insel Ometepe hätte mich verschlungen.. dem ist aber nicht so. Es liegen viele Erlebnisse, Begegnungen und Orte zwischen dem letzten Post und Heute und vielleicht fasse ich sie in einer ruhigeren Zeit -zumindest optisch- zusammen, aber jetzt habe ich keinen Kopf dafür.
Es ist wieder Sommer und ich bin wieder zAlp.
Na ja, noch nicht ganz. Der Sommer hat ganz schön auf sich warten lassen dieses Jahr und so hat sich auch die Alpzeit nach hinten verschoben. Die Zufahrt zu meiner Alp – dieses Jahr in der Zentralschweiz im Kanton Uri, auf 2000m, 30 Milchkühe, etwa 100 Rinder, ein Zweierteam – ist noch teilweise zugeschneit und nicht passierbar. Es dauert noch etwas, ich hoffe nächste Woche kann es dann los gehen. Momentan bin ich im Tal , helfe dem Bauern in seinem Betrieb und scharre mit den Hufen.

Eine Besonderheit dieser Alp ist, dass oben nicht gekäst wird, sondern die Milch täglich runter ins Tal gefahren werden muss. Das heisst man verliert nicht ganz den Kontakt zu der Zivilisation „da unten“. Ob das gut ist oder schlecht wird sich, wie alles andere auch, noch herausstellen.Falls ich die Möglichkeit habe melde ich mich Zwischendurch, ansonsten wünscht mir starke Nerven und schönes Wetter bis Ende September.