Hampi Elefanten Motiv

Tourismus Hochburgen – Goa und Hampi

Goa – Indien light

Wenn man nach Indien reist ist Goa ein guter Einstieg. Irgendwie ist es Indien, aber irgendwie nicht so ganz. Die Goaner sind Touristen gewohnt, und lassen sich selbst von Frauen die im Bikini einkaufen gehen oder oben ohne am Strand liegen nicht aus der Ruhe bringen.

Strand von Calangute
Eindeutig auf Tourismus in Massen ausgerichtet: der Strand von Calangute

Die küstennahen Ortschaften leben fast ausschliesslich vom Tourismus. Da ich Ende Oktober in Agonda ankam konnte ich noch mitverfolgen wie die ganze Tourismus Infrastruktur zum Saisonanfang entsteht. Eine Freundin, die ihre Yogalehrer Ausbildung im August angefangen hat meinte der Ort existierte quasi nicht als sie ankam. Da die meisten Restaurants, Hütten, Läden und Verkaufsstände aus Holz gebaut sind überstehen sie die Monsun-Zeit nicht und müssen jedes Jahr abgebaut und wieder errichtet werden.

Sonnenuntergang in einer Strandbar in Calangute
Sonnenuntergang in einer Strandbar in Calangute

Das und die Tatsache, dass die Einheimischen von dem Geld das sie während der Tourismus Saison verdienen das ganze Jahr leben müssen, sollte man bedenken eher man sich über die für indische Verhältnisse schamlos überhöhten Preise aufregt. Was nicht heissen soll, dass man alles hinnehmen muss. Alle Preise sind verhandelbar. Wer auf westliche Standards besteht, zahlt westliche Preise.Wer ausschliesslich in überteuerten Lokalen speist zahlt drauf, tut wenig um die durchschnittliche Bevölkerung zu unterstützen und bringt sich um das Erlebnis kulinarischer Vielfalt. Meine Gedanken über den verantwortungsvollen Umgang mit Geld werde ich bald in einen eigenen Artikel packen.

Sonnenuntergang an Cola Beach
Sonnenuntergang an Cola Beach

Nach fast sechs Wochen in Goa war ich bereit das „echte“ Indien zu suchen. Ich fand es nur kurz während der Zugfahrt von Goa nach Hospet, um in Hampi wieder in einer Tourismus-Blase zu landen.

Ausblick auf Hampi
Ausblick auf Hampi – Steine wohin man schaut

Hampi – Ein schöner Haufen Steine

Ruhepause in einem der zahlreichen Tempel rund um Hampi.
Ruhepause in einem der zahlreichen Tempel rund um Hampi.

Es hat sicher mit der anstrengenden Anreise zu tun, ich komme müde, hungrig und schlecht gelaunt in Hampi an. Die immer gleichen Souvenirs, die ständigen Riksha Angebote, alles geht mir gewaltig auf die Nerven. An dem Nachmittag gehe ich noch essen und verziehe mich in mein Zimmer. Wenigstens funktioniert hier das WIFI.
Am nächsten Tag lasse ich es langsam angehen, man kann ganz gut einfach herumspazieren in Hampi und findet immer schöne Orte.

Für den dritten Tag lasse ich mich zu einer Fahrrad Rundfahrt zu den historischen Orten überreden. Man versteht zwar nur die Hälfte von dem was unser Guide erzählt, aber wir sind eine nette zufällig zusammengemischte Gruppe und helfen einander mit Übersetzungsverschlägen und Informationen. Ich bin sowieso nicht übermässig geschichtlich interessiert. Die Überreste des alten Gewürzmarktes, die noch die Stimmung eines lebhaften Markttages vermitteln und das Bad der Königin haben mich mehr begeistert als all die Tempel und Paläste.

Tempel in Hampi
Tempel in Hampi

Erst am vierten Tag schaffe ich es auf die andere Seite des Flusses, die Hippie Seite. Ich unternehme eine Wanderung zum Hanuman Tempel und steige die 575 Treppen in der mittäglichen Affenhitze.

Hampi 575Stufen zum Hanumantempel
Bereits der Aufstieg zum Hanumantempel erfordert wahre Hingabe.

Auf dem Rückweg esse ich in einem kleinen, schäbigen Strassenlokal das bisher beste Thali und werde Zeuge wie ein übermutiger Affe eine Grosspackung Süssigkeiten aus dem Laden klaut und von dem belustigt empörten Ladenbesitzer verfolgt wird. Am Strassenrand trinke ich eine Kokosnuss und unterhalte mich mit den Kuhhirten. Sie sind begeistert von den Alpbildern und wie gross und fett die Schweizer Kühe sind.
Getragen von der guten Stimmung lasse ich mir eine Ohrenreinigung von einem Strassendoktor aufschwatzen. Sie laufen mit einem kleinen Lederetui durch die Gegend und nehmen die Prozedur direkt am Strassenrand vor. Ich war zunächst sehr skeptisch, aber Doktor John machte seine Sache gut, und es war überfällig…
Fast bereue ich, für den übernächsten Tag bereits eine Zugfahrkarte gekauft zu haben.

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