Monat: Januar 2013

Eine Insel mit zwei Bergen

Ometepe hat mich verhext.
Erst hat mich die Schönheit der Insel, die entspannte Stimmung auf der Finca, der wunderbare Wind gefangengenommen, so daß ich meine Weiterreise von Tag zu Tag verschob.
Als ich dann endlich all meine Entschlusskraft zusammen nahm und mich in den Hafenort Moyogalpa begab um am folgenden morgen die Fähre zu nehmen, streckte mich die Krankheit nieder.
Im Dormitory auf der Finca ging ein Magen-Darm-Virus herum, und ich dachte  noch ,mit der mir eigenen Überheblichkeit, was die Leute doch für schwache Immunsysteme haben.
Das habe ich, Miss Superimmunkraft, nun davon!
Seit drei Tagen hocke ich in diesem Hotel direkt am Hafen, scheisse mir die Seele aus dem Leib, werde gelegentlich von Fieberschüben, Schüttelfrost und Schwächeanfällen heimgesucht und traue mich in diesen Zustand natürlich nicht weiter zu reisen.
Ich weiß ja noch nicht mal ob es auf der Fähre ein Klo gibt..

La Boca del Infierno

Zwei Tage Managua waren genug und nur mit viel Rum und netten CouchSurfing-Bekannten zu ertragen. Dann bin ich wieder in ein kleines Naturparadies geflüchtet.

Sprachkurs an der Laguna de Apoyo. Die Tage dort waren unaufgeregt schön, besonders das Schwimmen in aller Herrgottsfrühe, wenn der See noch recht einsam, kühl und klar wie ein Spiegel war. Der Unterricht war sehr intensiv. Zum ersten mal hatte ich one-to-one Unterricht und ich hätte nie vermutet, dass es einen so grossen Unterschied macht. Nach vier Stunden Spanisch konnte ich mein Hirn wachsen fühlen.
Wieso glaubte ich eigentlich, dass das Sprachenlernen mit jeder weiteren Sprache einfacher wird?

Vorgestern kam ich nach Masaya,. Eine kleine Stadt, bunt und laut, aber auf eine angenehme Art und Weise, schon recht touristisch, aber nicht zu sehr. Ein perfekter Ort um ein paar Tage zu verbringen und um sich an den Städtetrubel zu gewöhnen. Masaya ist bekannt für den gleichnamigen Nationalpark mit zwei Vulkanen. Es gehört zum Standart-Touristenprogramm diese zu besichtigen und eine Bekannte hat sehr begeistert davon erzählt, also habe ich eine Nachttour dahin gemacht.

Der aktive Krater ist gigantisch! Der beissende Rauch macht das Atmen schwer und die untergehende Sonne taucht das Ganze in ein sureales Licht. Spektakulär!

Nach Sonnenuntergang sind wir noch zu den benachbarten Höhlen gegangen, um Fledermäuse zu beobachten. Der Himmel war voller Sterne, wie man es nur in den entlegenen Gegenden sieht, und die Erfahrung einer tiefen Dunkelheit, während man vor der Höhle steht und tausende von Fledermäusen über einen hinweg fliegen war schlicht atemberaubend.

Nach so viel Naturehrfurcht noch eine kleine spassige Geschichte.
Offensichtlich fällt das Sprachenlernen nicht nur mir schwer. Als ich mit dem schweren Rucksack beladen in den Bus in Managua stieg, winkte mich jemand hinten im Bus herbei und rief „come on, baby!“. Ich war erst etwas gereizt, bis ich feststellte, dass es keinesfalls eine billige Anmache sein sollte, sondern ein freundlicher Hinweis, dass es hinten noch freie Plätze gibt.
Offensichtlich hatte der junge Mann seinen Wortschatz aus amerikanischen Actionmovies und „come on, baby!“ war was er für eine freundliche Ansprache an eine Fremde hielt.

Und dann war da noch unser Guide gestern, der statt von einer „eruption“ von einer „erection“ sprach…