Monat: November 2012

On the beach

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Die Farm auf der ich momentan lebe organisiert gelegentlich mehrtägige Ausritte für Gäste und ich wurde auch gefragt ob ich daran teilnahmen möchte, aber eine Tour mit 4-6 Stunden im Sattel Tag ein Tag aus erschien mir nicht sehr verlockend.
Ich blieb lieber daheim, kümmerte mich um die anderen Tiere und ging täglich die dagebliebenen Pferde füttern. Das war übrigens fast schon ein Event, denn alle Tiere, wirklich alle, auch die Katzen, Enten und Gänse, folgten mir zumindest bis zum Tor. Im Dorf hat sich das glaube ich recht schnell rumgesprochen und ich werde zwar überall sehr freundlich begrüsst, aber mit so einem milden Lächeln, wie man es für zurückgebliebene Kinder übrig hat.  
Das einzige was ich wirklich gern von dem Ausritt mitbekommen wollte war der letzte Tag. Nach sechs Tagen kommt man nämlich an den Strand und geht mit den Pferden schwimmen. Pferde im Pazifik? Das fand ich spannend!

Welch eine glückliche Fügung: es wurde jemand gebraucht, der sich darum kümmert, dass das Gepäck nachkommt. 
Ich kam am vorletzten Tag dazu und konnte den schönsten Teil mitmachen. Ich bekam sogar ein Pferd und die Gelegenheit am Strand zu reiten! Wobei man mir gleich sagte, es sei kein Anfänger-Pferd, es reagiere ängstlich auf laute Geräusche und stark emotional wenn man ihm etwas abverlangt. Laute Geräusche waren am Strand nicht zu erwarten und ich hatte nicht vor dem Gaul was abzuverlangen und trotzdem wurde ich abgeworfen. Imerhin war der weiche Sand nicht der schlechteste Ort dafür. Trotz des Sturzes war es ein toller Tag. Das Schwimmen mit den Pferden im Ozean war eine märchenhafte Erfahrung.
Am Nachmittag packten wir die Pferde auf einen Laster und während die Anderen die Heimfahrt antraten beschloss ich noch ein wenig am Meer zu bleiben.
Ich ging nach Jacó. Der Ort ist sehr touristisch und hat wirklich nichs besonderes zu bieten, aber ich fand ein nettes Hostel, nahm grossartige Yoga-Stunden (ok, wenn man darauf bestehen will dass Jacó etwas zu bieten hat, dann ist es diese Yogaschule) und Surfunterricht. 
Ausserdem machte ich Ausflüge zum Rio Tarcoles und zum Nationalpark Manuel Antonio.
Rio Tarcoles ist für seine Krokodile bekannt. Man kann sie von der Autobahnbrücke aus sehen wie sie am Ufer rumlungern und man kann eine Bootstour machen, bei der die Krokos gefüttert werden und man darüberhinaus andere Echsen und massenweise faszinierende Vögel beobachten. Ich liebe Bootstouren! 
Manuel Antonio Nationalpark ist sehr schön, die Strände dort sind die schönsten die ich in Costa Rica bisher gesehen habe, aber leider war es recht überlaufen. 

Hoppe, hoppe Reiter…

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Möglicherweise wird dieser Blog in nächster Zeit viel, vielleicht zu viel ums Thema Tiere im allgemeinen und Pferde im besonderen kreisen. 
Der Grund dafür ist, wie man meinem letzten Post entnehmen konnte, nicht die plötzlich erwachte, grenzenlose Liebe und Bewunderung für diese Tiere, sondern schlicht die Umstände. Es ist schwer vom Leben auf einer Pferdefarm zu berichten, ohne die Pferde zu erwähnen. Ich hoffe niemanden damit zu langweilen.
Mittlerweile bin ich zwei mal geritten, oder -um ganz korrekt zu sein- auf dem Gaul gesessen, und bin… sagen wir mal desillusioniert. 
Da hat man diese schönen Bilder im Kopf, von Frauen die mit wehendem Haar am Strand, Wald, Steppe galopieren, grenzenlose Freiheit, Verschmelzung von Mensch und Tier… 
In Wirklichkeit sitzt man unbequem auf einem kaum Schritt laufenden Pferd, mit einem blöden Helm auf dem Kopf und denkt die ganze Zeit: „das arme Pferd, ich muss abnehmen!“ 
Der Hintern schmerzt, das Pferd scheint gar nicht auf die Signale, die man ihm gibt zu reagieren, was vielleicht auch besser so ist, weisst man doch selbst nicht genau was für Signale man sendet. Alles nicht halb so toll, eigentlich gar nicht so wie erwartet.
So ist das wohl mit den Erwartungen. Ich kann mich erinnern eine ähnliche Enttäuschung vor Jahren beim Tango-Tanzkurs erlebt zu haben. Auch da hatte ich tolle Bilder von rassigen Frauen und leidenschaftlichen Männern im Kopf (war da nicht sogar eine Rose zwischen den Zähnen im Spiel?). Was ich bekam war ein Tanzpartner, der deutsch-verkrampft  auf die Füsse starrte und mir hartnäckig die Schritte ins Ohr flüssterte: und eins, und zwei… und als ich versuchte mal lässig mein Bein um seins zu schwingen riss ich mit dem hohen Absatz einem anderen Tänzer das Schienbein auf.
Rosige Aussichten für meine Reitkarriere, wenn ich so darüber nachdenke…