Monat: Oktober 2012

Hund oder Katz?

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Oft sagen  Menschen von sich, sie seinen ein Hundemensch und können mit Katzen so gar nichts anfangen. Oder ganau umgekehrt. Als müsste man erst Hundehasser sein um Katzen lieben zu können. Diese Frage habe ich für mich nach mehrmaligen Ausschlägen in Richtung „ja eher so Hunde, aber Katzen finde ich auch toll“ für unsinnig erklärt. 
Jetzt stellt sich aufgrund der Umstände die Frage „Kuh oder Pferd?“. Vermutlich werde ich sie bald ebenfalls als unsinnig abtun, aber momentan lautet die Antwort: Kuh! Ganz klar. Viel sympathischer, lustiger, nicht so nervös und zappelig. Ich verstehe gar nicht warum manche Leute so viel Gewese um die Gäuler machen.
Auf dem Grundstück wo unsere Pferde weiden stehen auch ein paar costaricanische Mutterkühe mit Kälbern und ein Stier. Jedes mal wenn wir die Pferde mit Kraftfutter versorgen und mit ihnen einige Übungen machen, kommen die Kühe und schauen sich das seltsame Spektakel an. Ich stecke ihnen heimlich etwas Futter zu und finde sie viel cooler als die ach so tollen Pferde, die endlos im Kreis rumlaufen.
Versteht mich nicht falsch, es geht nicht gegen Pferde. Nur meine Leidenschaft für sie ist noch so gar nicht erwacht.. Und dann diese Pferdemenschen mit ihrem: „Aber findest du Kühe nicht furchtbar dumm?“ 
Hmm, ja manche schon, aber blöd im Kreis rennen würden auch die Dümmsten nicht.

Da steht ein Pferd vor der Tür!

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Auf der Alp habe ich mich häufig danach gesehnt einen richtig faulen Tag zu haben. Solange schlafen bis ich nicht mehr mag, dann einen Kaffee (idealerweise ans Bett gebracht bekommen) und lesen und Filme schauen und einfach mal nichts tun. Herrlich! Einen Tag lang. Vielleicht zwei, dann aber wird es langweilig. Und aus Langeweile wird Unzufriedenheit und daraus schlechte Laune und plötzlich stehe ich ganz dringend vor der Frage: was nun? Oder genauer: wohin nun?
Meine Transsibirien Reisepläne sind vorläufig aufs Eis gelegt. Mehr oder weniger wortwörtlich. Da ich im Sommer auf Alp mein Reisegeld verdiene, bleibt mir Herbst und Winter zum Reisen. So wunderschön und verlockend mir das Bild des winterlichen Sibiriens im Sommer auch scheinen mag, es zerbricht an dem Tag an dem ich warme Socken anziehen muss.
Wohin also? 
Ich habe mich weder ausgiebig über alle Möglichkeiten informiert, noch ist es ein lange gehegter Traum den ich mir erfülle. Es hat eigentlich keinen Grund, sondern hat sich einfach so ergeben.
Ich bin in Costa Rica.
Eigentlich bin ich hier als Housesitter für eine Pferde-Farm, ohne Pferde, aber mit vier Hunden, sieben Katzen, zwei Ziegen und ein paar Enten und Gänsen. Die Besitzer sind für einige Zeit in Indien und ich sollte auf das Haus und die Tiere aufpassen. Nun haben sich aber kurz vor meiner Anreise deren Pläne geändert und die Frau ist aus Indien angereist um das Pferde Business am laufen zu halten. Jetzt bin ich mir noch nicht klar was meine Aufgabe hier sein soll. Ich bin weiterhin für die Tiere zuständig, kann eventuell mit den Pferden aushelfen, vielleicht auch reiten lernen. Ganz cool, da kann ich meine Pferde-Angst loswerden. 
Mal schauen wohin sich das alles entwickelt.

Ich habe es getan!

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Ist schon eine Weile her seit meinem letzten Eintrag und in der Zwischenzeit ist auch einiges passiert.
Hier die Kurzfassung:
Die Sehnsucht nach meinen Lieben hat mich doch noch gefunden in der Ferne, deshalb bin ich schon im Mai statt wie geplant im September nach Deutschland zurückgekommen. Grosse Wiedersehensfreude! Freunde, Familie, Kollegen. Wenn man lange fortbleibt wird man auch vermisst, und Leute, auch die, die einem nicht sehr nahe stehen, freuen sich über ein Wiedersehen. Das ist wirklich toll! Hält nur leider nicht ewig. Nach einer Weile kehrt die Normalität ein und für mich auch die Erkenntnis, dass ich nicht in mein altes Leben zurück will.
Ich beschloss meinen Job zu kündigen und noch eine Weile mein Vagabundenleben fortzusetzen.
Lustigerweise war niemand wirklich überrascht darüber. Mein Chef und die Arbeitskollegen schienen genau so etwas erwartet zu haben, sogar meine Mama reagierte erstaunlich gelassen.
Der Sommer fing an und die Alp rief. Viele Freunde und Bekannte konnten es nicht fassen, dass ich nach den letztjährigen Erfahrungen wieder auf eine Alp wollte. Ich selbst kann nur ein handfestes Argument vorbringen: das Geld, das man dabei verdient kann man auf Reisen gut gebrauchen.
Tatsächlich ist aber nicht das Geld ausschlaggebend, sondern dieses Gefühl, dass man da wieder hin will! Trotz der vielen Arbeit und des Mühsals und der Härte.. oder wegen? Um sich irgendwas zu beweisen? Ich kann das nicht erklären.
Dieses Jahr war ich Hirtin im Wallis und hatte alles in allem einen sehr schönen Alpsommer gehabt.
Die paar Probleme , die es gab waren, wie üblich, zwischenmenschlicher Natur. Ich frage mich warum manche Leute auf die Alp gehen wenn sie doch… aber egal. Die Arbeit hat mir dieses Jahr sogar besser zugesagt als letztes Jahr, weil man viel mehr mit den Tieren zu tun hatte. Das Wetter war meistens grossartig, die Landschaft atemberaubend, die Kühe toll. Was will man mehr?