Monat: April 2012

Monkey give me you banana no eat

BandarSiriBaghawan

Hier eine kurze Zusammenfassung meines kurzen Brunei Aufenthalts.
Angekommen bin ich mit der Faehre von Labuan. Labuan ist eine von den malayischen Duty free Inseln, wo Zigaretten, Schokolade und Alkohol  sehr billig sind. Gute Orte um mal paar Tage Party zu feiern. Die Leute, die ich dort kennenlernte, versuchten mir alle Brunei auszureden, weil es da keinen Alkohol gibt! Ich frage  mich was ich fuer einen Eindruck hinterlassen habe, wenn man mir nicht zutraut ein paar Tage ohne Alkohol auszukommen…

Da ich so ziemlich als letzte die Faehre verlassen habe war der Bus in die Stadt schon weg und Taxi zu teuer, gluecklicherweise  traf ich ein malayisch-australisches Ehepaar, das von Freunden abgeholt wurde und mir eine Mitfahrgelegenheit anbot. Mein gutes Karma, mal wieder!
Erster Gedanke zu der Hauptstadt Bandar Seri Baghawan? Eine Nummer kleiner haette es auch getan.
Alle Moscheen, oeffentliche Gebaeude und Plaetze, Shoppingmalls usw. sind  uebertrieben sauber, gross und protzig. Ist ja gut, ihr habt Geld! will man sagen, aber es sieht so unnatuerlich und menschenleer aus.
Die Haeuser der offensichtlich Reichen, die man auf dem Weg vom Hafen in die Stadt passiert haben gern mal die Groesse eines halben Fussballfeldes. Selbst das Zimmer meines Budget Hotels ist so gross wie es einmal meine kleine 2ZKB Wohnung war. In dem Fall ist es ganz gut, da wird die Yogamatte wieder mal ausgerollt.

Gerade als ich dann beschliessen wollte, dass ich Burnei nicht mag, bin ich durch sinnloses rumschlendern zum Air Kampung gekommen. Air Kampung heisst uebersetzt Wasser Dorf. Es ist eine auf dem Fluss gebaute, durch kleine Holzbruecken mitteinander verbundene Siedlung. Durch die Naehe zum Wasser sehen die Haeuser alle etwas angegammelt und mitgenommen aus, kurz es hat die Art von shabby chic, die mein Herz hoeher schlagen laesst.
Nachmittags beschloss ich noch eine Flussrundfahrt zu machen mit einem Fahrer, der ein extrem niedliches Englisch sprach. Er zeigte mir Air Kampung noch mal vom Boot aus, erklaerte die Infrastruktur. Das Krankenhaus mit Krankenbooten, die Feuerwehr mit Feuerwehrbooten und, mein Favorit, die Schule mit Schulbooten. Dann fuhren wir noch zu den Probioscis Affen, wo er mir die Tatsache, dass die Affen nur Blaetter fressen mit den Worten „monkey give me you banana no eat“ erklaerte. Ich war, mal wieder, begeistert von meinem Talent Fremdsprachen zu verstehen.
Am Abend war ich ausgesoehnt mit Brunei.

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Going higher and higher..

MtKinabalu

Der KinabaluGunung Kinabalu (mal. Gunung = „Berg“) oder Mount Kinabalu ist der höchste Berg Malaysias. Er ist 4.095 m hoch und liegt im Zentrum des malaysischen Bundesstaates Sabah, im Nordteil Borneos. Er ist etwa 50 km von Kota Kinabalu, der Hauptstadt des Staates, entfernt (..)Touristisch ist der Kinabalu gut erschlossen: Nach der Pflichtanmeldung im Nationalpark werden die Touristen in Gruppen einheimischen Führern zugeteilt. Am ersten Tag fährt man morgens mit dem Minibus vom Verwaltungsgebäude des Parks bis zum Timpohon Gate in 1800 m Höhe (Bus- und Taxistand). Von dort wandert man bis zu den Laban-Rata-Hütten in 3200 bis 3300 m Höhe, wo man übernachtet. Vom Startpunkt geht es stetig bergan. Die Wege sind anspruchsvoll, mal mit Wurzeln durchzogen, zeitweise mit unregelmäßigen Stufen und kleinen Felsen. Es sind während des Aufstiegs in regelmäßigen Abständen (ca. alle 500 m) Zapfstellen für Trinkwasser und Regenunterstände („Shelter“) zu finden. An der Hütte steht eine Übernachtungsmöglichkeit in Mehrbettzimmern mit einem kleinen kantinenartigen Restaurant zur Verfügung. Der Aufstieg erfolgt üblicherweise am frühen Morgen zwischen 2:00 und 3:00 Uhr, da es das Ziel vieler Besteiger ist, den Sonnenaufgang auf dem Berggipfel zu erleben. Für die letzten 800 m Höhenunterschied werden dabei drei bis vier Stunden veranschlagt. Es starten täglich weit über 100 Wanderer.
Soweit  wikipedia.


Tag -2


Anreise aus Sandakan. Wollte mich schon mal ein wenig warmlaufen an den einfachen Trails im Nationalpark, aber es regnete wolkenbruchartig. Ich verzog mich mit einer heissen Schokolade ins Zimmer, wickelte mich in alle Decken, die da waren und las. Ganz gemuetlich eigentlich. Weniger gemuetlich war die Nacht, ich fror ganz schlimm und schlief kaum.


Tag -1

Das erste mal seit vielen Monaten wollte ich nicht aus dem Bett, weil es so kalt war draussen. Ich nutzte den klaren Vormittag fuer Spaziergaenge im Nationalpark und lies mich auch Nachmittags nicht vom Regen vertreiben. Die Nacht war wie gehabt, kalt und schlaflos.

Tag 1


Da ich sowieso nicht schlafen konnte bin ich schon um 6 Uhr los. Um 7 Uhr waren alle Formalitaeten erledigt, ich war angemeldet und eigentlich startklar. Eigentlich nur, denn ich hatte nicht genug Geld dabei um einen Guide zu bezahlen (bloedes ATM) und musste auf eine Gruppe warten mit der ich die Kosten teilen konnte. Die Sache mit obligatorischem Guide ist ein rechtes Aergerniss, denn man braucht wirklich keinen! Ein Ding der Unmoeglichkeit auf diesem Trail verloren zu gehen. Ich habe unseren Guide grad mal am Anfang gesehen und dann nie wieder. Er bleibt immer hinten bei den Langsamsten der Gruppe und ich war wohl zu schnell. Ein Gutes hatte die erzwungene Gruppenbildung: ich lernte drei sehr nette Leute aus Polen und bin herzlich eingeladen sie in Warschau zu besuchen.
Gegen 10 Uhr ging es dann endlich los.
Die ersten vier Kilometer fand ich am schlimmsten, weil sie aus ganz vielen, teilweise ganz steilen, Treppen bestanden. Ich habe herausgefunden, dass es mir kaum Schwierigkeiten bereitet hochzulaufen, wenn der Berg ein Berg ist, also Steine, unregelmaessiges Gelaende, man muss sich die Trittflaechen suchen… sobald da irgendwelche Treppen sind komme ich schnell an mein Limit. Die Kraftverteilung bei unregelmaessigem Gelaende ist besser, da sind die Fuesse, die Waden, die Oberschenkel, der Po und auch der Bauch involviert, waehrend bei den Treppen hauptsaechlich die Oberschenkel arbeiten. Nicht, dass ich zu zarte Schenkel haette… Und auch das Gehirn ist besser beschaeftigt, bei Treppen denkt es nur: Oh du Scheisse, nicht schon wieder eine Stufe!
Die letzten zwei Kilometer waren dann vergleichsweise angenehm, aber mit der Treppentortour vorher, erreichte ich Laban Ratu richtig geschafft.
Und was war? Ich musste herausfinden, dass ich noch gar nicht am Ziel bin. Meine Uebernachtungshuette war noch weitere 200m weiter oben. Alleine die Hoffnung auf eine heisse Dusche trieb mich hoch, aber wie Hoffnungen so manchma sind… die Duschen waren eiskalt! Warum immer ich? Zum Dinner nochmal 200m runter und wieder 200m rauf. 
Und Uebernachtung ist ja auch ein grosses Wort fuer diese Nacht. Ich habe mir ein Zimmer mit drei sehr gespraechigen Ladies aus Korea geteilt. Ich glaube ich muss irgendwann mal nach Korea um mein Bild von dem Land und den Leuten gerade zu ruecken. Auf der Tour habe ich sehr viele unangenehme, dumme und ruecksichtslose Koreaner getroffen. Die Ladies kamen spaet ins Zimmer, veranstallteten erst ein Theater mit dem Auspacken, redeten dann, oder schrieen sich genauer gesagt stundenlang an. Als ich sie irgendwann bat doch ruhig zu sein, wir sollten schliesslich um 2 Uhr wider aufstehen, schliefen sie innerhalb von einer Minute alle ein und fingen an zu schnarchen.. Egal, wegen der Kaelte haette ich wahrscheinlich eh nicht schlafen koennen.

Tag 2

Ich wachte auf und hatte Angst vor dem Berg. Kurz dachte ich sogar daran nicht hochzugehen. Aber nur kurz. Ich haette mich um ein fantastisches Erlebnis gebracht. 

Die Nacht war sternenklar und ich war sehr ueberrascht wie fit und schnell ich war. Puenktlich zum Sonnenaufgang war ich am Gipfel, 10min frueher und ich haette unnoetig gefroren, 10min spaeter und ich haette den schoensten Moment verpasst. 
Es war atemberaubend schoen!
Witzig war auch der Abstieg, als man das im dunkeln so gefaehrliche, mit viel Seileinsatz erklommene, Gelaende sah und manchmal sehr schmunzeln musste.

Nach einem opulenten Fruehstueck auf Laban Rata kam dann noch der anstrengende Abstieg bis hinunter zum Park. Die Treppen wieder! Schmerzen? Muedigkeit?
 4095! Geschafft!

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..dann eben Tschuess!

Kurzfassung meines Indonesien-Aufenthalts: Erst sass ich auf der unschoenen Insel Batam fest, dann durchlief ich die Hoelle Jakarta, dann wurde kurz alles gut in Bandung und Yogya, um wieder einen Knacks mit dem semierfolgreichem Ausflug nach Karimunjawa zu bekommen und nun schmeissen die mich hier raus!

Angefangen hat meine Indonesienreise auf der haesslichen, langweiligen Insel Batam, wo ich festsass, weil das Schiff nach Jakarta erst vier Tage später ging. Die freundlichen Couch Surfer die ich dort kontaktiert habe, haben den Kulturschock und die Langeweile gemildert, aber der Eindruck von Batam blieb negativ.

Die Schiffsreise war ok, etwas langweilig. Eigentlich hatte ich vor mir fuer die zwei Tage dauernde Ueberfahrt die Luxuskabine erster Klasse zu goennen, aber der entsetzte Gesichtsausdruck meiner indonesischen Freunde hielt mich davon ab „soviel“ Geld auszugeben. Und die economy Class war echt lustig.

In Jakarta angekommen wuenschte ich mich ganz schnell weg. Ich wurde allergisch gegen das Wort „Taxi“. Um es mal ganz deutlich zu sagen: NEIN, ICH WILL KEIN TAXI!  nicht wenn ich in ein Geschaeft gehe, nicht wenn ich gerade aus einem Taxi steige, nicht wenn ich Mails checke oder etwas esse! Und ich bin kein „Mister“!!

Also schnell Zugticket gekauft und ab nach Bandung. Zugfahren in Indonesien ist super. Sauber und komfortabel. Diesmal fuhr ich aber wirklich erster Klasse.

Bandung mochte ich sehr. Stadt, aber relativ gruen, gutes Essen, tolle Natur drumrum und Einkaufsspass.Ich couchsurfte, mal wieder, bei einem extrem netten Gastgeber. Ich wuenschte mein Freund waere so geduldig mit mir beim shoppen. Dann ab nach Yogjakarta mit dem Zug. Auch gut. Etwas Kulturprogramm, Couchsurfing fuer zwei Tage bei einer netten muslimischen Familie und dann ab mit dem Bus nach Semarang.

Fuer das Busfahren in Indonesien braucht man Geduld, Gottvertrauen und eine flexible Wirbelsaeule. Es ist billig, kann aber sehr kuschelig werden. Es gibt neben dem Fahrer noch zwei Busbegleiter, an jeder Tuer einen. Will man aussteigen sagt man es einem von Ihnen, er klopf dann mit seinem Ring, oder einer Muenze an die Scheibe um es dem Fahrer mitzuteilen. Angehalten wird nur fuer sehr alte, gebrechliche Frauen mit viel Gapaeck. Die anderen bekommen vom Busbegleiter einen beherzten Schubs und springen aus dem langsamer fahrenden Bus.
Woher der Fahrer weiss wann er anhalten und wann nur langsamer werden muss? Dumme Frage. Er ist Supermann und weisst es eben. Er kann ja auch rauchen, telefonieren, das schreiende Baby auf dem Hintersitz bespassen und einen ueberladenen LKW ueberholen, waehrend uns eine Famillie mit drei Reissaecken auf dem Moped entgegen kommt.

Fortsetzung folgt…