Monat: Januar 2012

Verdammt lang her..

Alpsommer2011

Ich bin wieder in Taiping.
Es regnet.
Mir ist etwas langweilig.
Wird Zeit fuer eine kleine Retrospektive.

Teil 1:

Der Alpsommer,oder warum Sibirien warten muss.

Mehr Bilder -auch welche mit Sonnenschein- gibt es hier:

Alpsommer 2011

Klapsmuehl‘ is everywhere!

Ich bin gefluechtet!
Mein huebscher Gastgeber auf Langkawi hat zu voreilig gesagt ich kann ja kommen wenn mir in Penang langweilig ist und jetzt hat er mich wieder an der Backe.. so kanns gehen!

Dabei war Langeweile nicht das Problem. Es schien mir vielmehr als haetten sich alle Irren dieser Welt zu gleichen Zeit in Penang eingefunden und zwar genau in meinem Lieblingshotel!

Man begegnet auf Reisen, wie im richtigen Leben, allerhand seltsamen Gestalten. Man aergert sicht, oder wundert sich kurz, in der Fuelle der Erlebnisse versendet sich sowas, aber so geballt wie es jetzt war.. zu arg!

Also da war eine Indianerin, die mit sowas wie spirituell-erotischem Tanz im sexy Indianer-Kostuem, das mich irgendwie an Fasching erinnerte, ihren Lebensunterhalt finanzierte. Sie war klein und zierlich und erzaehlte mit einem manisch-aufgeregten Fluestern staendig was vom Grossen Baer, ganz egal ob man es hoeren wollte oder nicht. Nur mit Amis hatte sie es nicht so, da wurde ihre Stimme ganz schrill und laut und…peinlich.

Da war ein aggresiver Australier, der nichts besonderes tat oder sagte, ausser fast auszurasten wenn sich jemand im Foyer unterhielt, oder gar lachte. Ich habe auf meiner ganzen Reise keinen so angespannten Menschen gesehen, erst recht keinen Australier..

Da war ein Unger, dessen Stimme war ein wenig wie wenn man in der Naehe einer Autobahn wohnt, erst wenn man nichts hoert nimmt man wahr, dass sich etwas veraendert hat. Im Foyer hat er immer ein Opfer gefunden, das er bewustlos quasseln konnte. Ich kam am Anfang, als ich mich noch in die Hotellobby traute mal in den Genuss. Themen: wie er Millionen -hoerst du: MILLIONEN!- mit seiner chinesischen Muenzensammlung verdienen koennte, wie er einen Eingeborenenstamm in Malaysia rettete indem er sie mit der notwendigen chinesischen Medizin versorgte und jetzt ist er ihr Freund fuer immer -hoerst du: fuer IMMER! – und last but not least: die rassischen Merkmale der Eingeborenenstaemme anhand von Fotos seiner „Freunde fuer Immer“ -da siehst du an der Nase ganz genau, er ist nicht ganz rienrassig, hoerst du: an der NASE!

Dann war da noch ein angeblicher Malaye, den ich eher fuer einen Indonesier auf der Suche nach einer solventen Freundin hielt. Warum sonst haette er in seiner Heimatstadt im Hotel wohnen sollen, wo ihm die Famillie das Wichtigste auf der Welt ist.. und die Liebe! Und er wollte mich ja auch auf keinem Fall irgendwie bedraengen, deshalb fragte er nur zehn mal am Tag ob ich mit ihm spazieren gehe und lauerte vor meinem Zimmer rum. Was extrem laestig war, beaengstigend wurde es erst als er anfing mir von indonesischen CIA Agenten zu erzaehlen, die aufgrund ihrer mentalen Faehigkeiten fliegen koennen und mich sehr ernsthaft fragte ob ich auch von der CIA sei.

Und als waere das nicht genug waren da auch noch die Thai-„Moenche“. Sie hatten Glazen und trugen die orange Kleidung wie echte Moenche und gingen tagsueber betteln. Und Nachts trugen sie ihre Saturday-Night-Fever-Kleidung und Peruecken und feierten Partys!
Das erbettelte Essen lag immer in der Hotellobby herum, weil sie eher an Geldspenden interessiert waren.

Vielleicht bin ich ja naiv, oder konservativ, oder so, aber ich habe recht grosse Sympathie fuer Moenche, Nonnen, Eremiten, Sadhus usw. Ich finde es bewundernswert wenn jemand einen so starken Glauben, oder eine so starke Sehnsucht nach Glauben hat, dass er beschliesst sein Leben, oder einen Teil davon auf die Suche nach „Gott“ zu verwenden. Es gibt Duemmeres was man mit seiner Lebenszeit anstellen kann, und ich bin der Meinung, eine Gesellschaft die diese spirituelle Suche unterstuetzt gewinnt dadurch. Ich fand den morgendlichen Betelgang der Moenche in Thailand ganz wundervoll. Sie fragen nicht nach Gaben, sie nehmen sie entgegen und nicht sie als Bettler knieen nieder um sich zu bedanken, sondern die Geber nehmen knieend einen Segen entgegen und bedanken sich fuer die Moeglichkeit Gutes zu tun.
Deshalb finde ich solche Betrueger besonders schlimm! Weil sie die Menschen hintergehen und sobald diese es durchblickt haben werden sie vielleicht ihre Bereitschaft Gutes zu tun zurueckstellen, und die Welt wird ein bisschen schlechter dadurch… boah, jetzt habe ich mich aber in Rage geschrieben…

Eine kurze Episode noch mit einem der Moenche, dann mach ich Schluss:
In Thailand ist es den Frauen verboten einen Moench zu beruehren, mit der, wie ich finde niedlichen, wenn auch vielleicht nicht ganz ungerechtfertigten Begruendung, die Frau koenne den Mann im Moench erwecken. Es ist ein kleines Ritual wie eine Frau dem Moench etwas ueberreicht ohne dass sich ihre Haende beruehren.. und dann kommt in Penang  dieser „Moench“ in seiner orangen Moenchskleidung und allem zu mir an den Tisch, fasst mir an die Schulter, schaut mir ganz tief in die Augen und erzaehlt wie wunderschoen ich bin! Was fuer eine Art Moench ist es zum Teufel!!?

Selamat Tahun Bahru Cina!

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Also wer, wie ich, dachte die ganze Silvester-Neujahrs-Geschichte wird bei uns doch etwas arg aufwendig gestaltet, der sollte sich,wie ich, die chinesischen Neujahrsvorbereitungen und -feiern anschauen!

Ich bin gerade wieder in Penang und die ganze Stadt sieht aus wie ein Riesenpuff. Rot ist angesagt! Lampions, Lichterketten, Klamotten… Als ich neulich shoppen war, halb aus Langeweile und halb weil mir die abgerissene Backpackerkleidung langsam auf die Nerven geht, war es sehr schwer die chinesische Verkaeuferin zu ueberzeugen, dass ich WIRKLICH keine rote Unterwaesche brauche. Jetzt bin ich doch nicht mehr so sicher, ob mich nicht irgendein Fluch ereilt -sieben Jahre schlechten Sex, oder sowas- blos weil ich so stur war…

Die Chinesen fangen so ein, zwei Wochen vor dem Fest an aufzuraemen, renovieren usw.
Mein Gastgeber hat mich aus seinem Familienhaus in Kuala Kengsar umquartiert, weil die Renovierungsarbeiten dort im vollem Gange waren und mir die Bauarbeiter in aller Herrgottsfruehe mit ihren Bohrhaemmern ueber die Wand ins Bett fielen. Bildlich gesprochen!
Die meisten Termine werden bis nach Neujahr verlegt. Das witzigste was ich gehoert habe war die Schwester eines Bekannten, die ihren Vorstellungsgespreach-Termin fuer einen Traumjob in Singapur verschieben wollte. Leider war es eine uneinsichtige australische Firma, eine chinesische waere gar nicht auf die Idee gekommen so einen Termin zu geben.
Meine Yogaprobestunde wurde natuerlich auch verlegt bis nach Neujahr, weil sonst keiner gekommen waere. Es bleibt spannend weiterhin!