Monat: November 2011

der Blues

Foto

Angefangen hat es schon mal damit, dass ich den Bus verpasst habe und einen Tag in Ranong bleiben musste. Ich mag Ranong, aber es fiel mir so schwer mich von meinem kleinen Paradies auf Koh Phayam zu verabschieden, da konnte ich auf solche Missgeschicke bei der Weiterreise verzichten.

Dann kam die 6-stuendige-Horrorbusfahrt nach Krabi.
Wie bitte sagt man Reiseuebelkeit auf thai?
Ich bin beim ersten Halt in die Apotheke gestuermt und habe eine kleine Pantomime aufgefuehrt, die nicht nur die zwei Verkaeuferinen und die paar Kunden im Laden erheitert hat, sondern auch noch weiter auf dem Vorplatz wiedergegeben wurde und so fuer noch mehr Freude sorgte.

Zur Erholung verbrachte ich zwei Tage in Krabi: im Hotel rumgegammelt, in der Stadt rumgebummelt, Schaufenster besichtigt und so Maedchenkram.
Bei der Gelegenheit erwischte mich vor einem Kosmetiksalon eine von diesen kleinen, zierlichen Thaifrauen-sie sah aus wie 12, hoehstens 13 Jahre alt, ein Eindruck der von der Zahnspange noch verstaerkt wurde- und klaerte mich ausfuehrlich darueber auf was man doch noch alles aus mir machen koennte. Mit etwas Botox…

Ich hatte genug von der Stadt und ausserdem wollte ich mir ja auf keinem Fall das Kletterermekka Tonsai entgehen lassen. Und dort schlug der Blues so richtig zu!

Zum ersten mal auf der Reise fuehlte ich mich einsam. Ueberall diese Gruppen von unglaublich attraktiven, unertraeglich aktiven, selbstgefaelligen Sunnyboys and -girls und ich, ganz allein.
Es gibt nicht viel was man auf Tonsai tun kann, ausser klettern, aber das kann man nicht allein.
Der Strand ist nicht berauschend und nach dem Eden auf Koh Phayan kam es mir dort klein, dreckig und unmoeglich voll vor. Und die Menschen, die ich traf, die waren sooo doof. Da war die 31 jaehrige Hollaenderin, die jedem sagte sie sei 26 (ich darf keinem verraten, dass sie schon 31 ist, sonst will keiner mit ihr zu tun haben) und die auf der Reise Dinge lernen will, zB. wie man Pizza macht (in Asien?!) und die auch noch Yoga machen wird, obwohl sie es hasst, um ein besserer Mensch zu werden (??) Und da war der traege, uebergewichtige Deutsche, der jede freie Minute erzaehlt hat welche thailaendische Insel er schon „gemacht“ hat, er sprach doch tatsaechlich vom „Thailand abarbeiten“… Oh man, ich hasste alle und alles.
Gerechterweise muss ich zugeben, dass ich auch vorher der unterschiedlichsten Leuten begegnet bin, es hat mir einfach nichts ausgemacht wenn sie doof waren, aber jetzt war ich frustriert!

Es hielt zwei Tage an, dann war es vorbei. Mit einem guten Buch, ein wenig Yoga und der Einsicht, dass Klettern doch gar nicht so super ist und sie mich alle mal koennen.

Uebrigens bin ich nicht aus Tonsai raus ohne zu klettern. Es war doch toll!

Sammeltrieb

Foto1

Es ist ja schon so, dass mir all die Souveniers, Mitbringsel, Erinnerungsstuecke, Staubfaenger eines Tages auf die Nerven gehen werden.
Das weiss ich jetzt schon!
Trotzdem; gegen meinen Sammeltrieb komme ich nicht an.
Es ist so schoen, am Strand zu spazieren und nach besonderen Muscheln Ausschau zu halten um spaeter auf dem Balkon zu sitzen und die Fundstuecke zu begutachten, ordnen, vergleichen.

Allerdings habe ich mich heute mit einem Hollaender unterhalten, der mir erzaehlte das Muschelnsammeln sei oekologisch nicht ganz so harmlos wie ich immer dachte. Die besonders huebschen grossen Muscheln dienen naemlich Einsiedlerkrebsen als Zuhause. Sie muessen wohl alle paar Jahre umziehen, wenn sie fuer ihre Muschel zu gross werden, und wenn ich sie dann alle weggesammelt habe…
Das hat mir ganz schlechtes Gewissen gemacht und ich habe all die tollen haustauglichen Sammelstuecke wieder zum Strand gebracht. Hoffe sie werden nicht einfach vom naechsten Tourist eingesammelt.
Die Vorstellung es zieht tatsaechlich so ein lustiger Einsiedlerkrebs in die von mir zurueckgelegte Muschel gefaellt mir! Ich weiss ja was fuer ein Stress das immer ist mit der Wohnungssuche.

Tierische Begegnungen

Foto3

Sollte ich eine Liste der Dinge erstellen, die mich hier gluecklich machen, so kaemen die zahlreichen Begegnungen mit Tieren ganz nach oben. Direkt hinter das gute Essen und noch vor das schoene Wetter, vielleicht sogar vor die freundlichen Leute.
Von thailaendischen Strassenhunden habe ich es schon mal gehabt, aber da muss ich ein Erlebniss nachreichen, das so schoen war, dass es mir fast schon maerchenhaft vorkam.
Es war noch in Langsuan, wo Hunde die Falangs scheinbar von weitem riechen und anfangen zu bellen wie bekloppt.
Eines abends hat sich eine Huendin, aus keinem ersichtlichen Grund, zu meinem Bodyguard berufen gefuellt. Sie lief die dunkle Strasse vor mir, verbellte alle anderen Hunde, drehte sich immerwieder zu mir um um zu sehen ob ich auch nachkomme, oder kam und stupste mich mit der Nase an, wenn ich zu langsam wurde. Sie lieferte mich vor meinem Bungalow ab und verschwand wieder.
Offenbar fand sie mich einfach sympathisch!
Noch ein maerchenhaftes Erlebniss hatte ich in einem kleinen Restaurent am See, mit einem Frosch. Es war ein huebscher, kleiner, gelber Frosch, der schon am Tisch sass als ich dazukam. Er liess sich nicht weiter stoeren und ich fing an mein Buch zu lesen solange ich auf das Essen wartete. Das schien den Frosch, doch zu interessieren. Er huepfte an meine Sitzlehne, ganz nah hinter meinen Ruecken und beobachtete mich minutenlang. Irgendwann habe ich ihn dann vorsichtig am Fuss beruehrt, er tat nur den Fuss wenige Millimeter zur Seite, blieb sitzen und leistete mir auch noch beim Essen Gesellschaft. Das liesst sich vielleicht ein bisschen naiv, doof und langweilig, aber es machte mich sehr gluecklich.
Umso tragischer fand ich den Tod eines anderen Frosches, der in meinem Badezimmer wohnte. Auch so ein huebscher gelber, sass in der Seifenschale oder am Spiegel, tagelang. Und dann hoerte ich eines Tages gerausche aus dem Badezimmer, ging hin und sah einen riesigen Geko an der Wand, aus seinem Maul guckten noch die Froschfuesse heraus. Ich war geschockt!
Dabei hege ich eine gewisse Sympathie fuer die Gekos. In meinem vorherigen Bungalow lebte ein grusser Geko im Bad. Anfangs hatte ich kein sehr gutes Gefuehl, weil er ja so gross war und ich nicht wusste ob ihn auch seine Fuesse an der Wand halten und die Vorstellung er koennte mir vor die Fuesse, oder schlimmer auf den Kopf fallen war.. unangenehm. Aber er liess sich sowieso selten blicken, wohnte in der Doppelwand zwischen Zimmer und Bad und weckte mich manchmal mit seinem Geck Koh Rufen (daher wohl der Name) und wir wurden vielleicht nicht direkt Freunde, aber doch gute Bungalowgenossen. Da wusste ich noch nicht, dass er kleine gelbe Froesche frisst!